Sonstige Gedichte
Die Stundenzahl (607)
Die Stundenzahl
Die Stundenzahl will man erhöhen
Dafür bekommst du keinen Lohn
Da kannst du als Betroffener
mit Verdi nur den Streik androhn
Die Großen holen´s mit vollen Händen
und du musst bald noch betteln gehn
Die Großen machen sich schöne Lenze
Das kann kein Kleiner mehr verstehn
Wann merken die da oben endlich
dass es ja so nicht gehen kann
Wenn all den Menschen bald das Geld fehlt
dann sind die oben auch mal dran
Wenn man die Marktwirtschaft kaputt macht
durch diesen Kapitalismus pur
treibt man doch all die vielen Menschen
nur in die Sozialismusspur
Die können sich unten nur erheben
und fordern alle so ihr Recht
Da werden es die da oben auch bald merken
dass es auch ihnen gehen kann so schlecht
Vernunft soll wieder Einzug halten
Gehälter im vernünftigen Maß
So macht das Arbeiten für die Menschen
Auch bald mal wieder richtig Spaß
Autor: © Gerhard Ledwina (*1949)
(Nr. 607 aus Band 21)
Die Katze (639)
Da bin ich durch Zufall auf dieses Projekt gestoßen und habe das Gedicht eingereicht und es steht nun in diesem Buch.
Der Tierschutzverein Hannover und Umgebung soll damit unterstützt werden
http://www.schmoeker-verlag.de/Katzenbuch.htm wenn ihr mehr darüber wissen wollt.
Die Katze
Das Frauchen ruft die Katze heim
Die Katze sitzt im Sonnenschein
Sie schaut nur ihrem Frauchen zu
und denkt, lass mir doch meine Ruh
Ich sitz doch hier
im Sonnenschein
was soll ich denn
allein daheim
Drum sitz ich hier
und will nicht weg
Das Frauchen kümmert mich
doch einen Dreck
Doch will ich fressen
muss ich heim
denn Frauchen ist
mein Sonnenschein
Autor: © Gerhard Ledwina (*1949)
(Nr. 639 aus Band 22)
Bist du nicht auch ein Clown (503)
Bist du nicht auch ein Clown
Bist du nicht auch ein Clown
versteckst dich hinter einer Maske
aus Freud und Leid
Bist du nicht auch ein Clown
zeigst Gefühle, Zärtlichkeit
nur durch deine Maske siehst nur du
Bist du nicht auch ein Clown
ausgelassen und fröhlich
aber innen ängstlich und traurig
Bist du nicht auch ein Clown
heiter und munter
und in deinem Inneren hoffst du auf bessere Tage
Bist Du nicht auch ein Clown
lachst lieber
obwohl dir zum Heulen zumute wäre
Bist du nicht auch ein Clown
Lach über dich selber
denn dies macht das Leben leichter
Autor: © Gerhard Ledwina (*1949)
(Nr. 503 aus Band 17)
Anmerkung: Dieses Gedicht wurde im
Pfarrbrief Pastoraler Raum Hadamar, Ausgabe Februar 2015, Seite 2, abgedruckt.
„Aren’t you a clown too
Aren’t you a clown too
hiding behind a mask
of joy and sorrow
Aren’t you a clown too
show feelings, tenderness
Only you can see through your mask
Aren’t you a clown too
exuberant and cheerful
but inside frightened and sad
Aren’t you a clown too
blithely
and inside you hope for better days
Aren’t you a clown too
you’d rather laugh
even though you’d feel like crying
Aren’t you a clown too
Laugh at yourself
because it makes life easier.“
Author: © Gerhard Ledwina (*1949)
Übersetzung von Renaldo Kleboth
Bauer Lobesam (472)
Bauer Lobesam
Es rief der Bauer Lobesam
mal eben bei einem Doktor an
ob er nicht mal eben kommen möcht
seiner Kuh im Stall der geht´s so schlecht
Der Doktor schaut die Kuh sich an
und ruft den Bauer Lobesam
Er sagt: der Kuh, der geht´s nicht schlecht
und dass sie auch bald Nachwuchs brächt
Was habe er denn mit seiner Kuh getan
fragt er den Bauer Lobesam
Die Kuh, die sei mal ausgebüxt
und so kam sie halt mal zurück
So ist es halt auf fremden Wegen
ob Mensch, ob Tier, man bekommt den Segen
Autor: © Gerhard Ledwina (*1949)
(Nr. 472 aus Band 15)
Golden glänzt (459)
Golden glänzt
Golden glänzt der Brausudkessel
flackernd Gold im Kerzenschein
Wärmend, dampfend ist die Maische
für das Bier, das wird so rein
Golden leucht das Bier im Glanze
glänzend ist der Krone Schaum
und das Auge glänzt so lieblich
denn das Bier, das ist ein Traum
Ist der Braumeister auch zufrieden
dass das Bier gelungen ist
freut er sich mit seinen Gästen
wenn es durch die Kehle zischt
Autor: © Gerhard Ledwina (*1949)
(Nr. 459 aus Band 15)
Paul (457)
Paul
Ich bin ein Hund
und lebe gesund
Muss auch viel laufen,
mit Herrchen sausen
Ich bin ein Hund
und lebe gesund
Ich geh viel wandern
vom Baum zum andern
Ich bin ein Hund
und lebe gesund
Darf Katzen nicht jagen
will Herrchen nicht haben
Ich bin ein Hund
und lebe gesund
Bekomm auch mein Fressen
ohne jagen zu müssen
Ich bin ein Hund
und lebe gesund
Stündlich die Runden
hat Herrchen erfunden
Ich bin ein Hund
und lebe gesund
Nach den vielen Runden
die Herrchen erfunden
Ich bin ein Hund
und Herrchen gesund
Autor: © Gerhard Ledwina (*1949)
(Nr. 457 aus Band 15)
Der Mensch (432)
Der Mensch
Der Mensch, der kommt
Der Mensch, der geht
vorbei ist Freud und Leiden
Für Liebe ist es dann zu spät
nur die Erinnerung,
die kann bleiben
Freu Dich, wenn Du diesen Mensch gekannt,
Erinnere Dich an schöne Stunden
Wenn die traurige Zeit vorbei
überwiegen die fröhlichen Runden
Behalte den Mensch
im Herzen drin.
Ganz lustig, froh und heiter,
dann lebt er in Deinem Herzen drin
Dein ganzes Leben weiter
Autor: © Gerhard Ledwina (*1949)
(Nr. 432 aus Band 14)
Hundehaufen (781)
Hundehaufen
Ein jeder Hund
der hier so meint,
seine Notdurft
zu verrichten
Als Anwohner
da können wir
sehr gerne drauf
verzichten
Autor: © Gerhard Ledwina (*1949)
(Nr. 781 aus Band 28)
Der Prahlhans (450)
Der Prahlhans
Die Kühle des Abends
Das Mondlicht erstrahlt.
Der Tag ist vergangen,
was hat er geprahlt
Was war er doch leuchtend
So bunt und so schön
Die Nacht ist jetzt dunkel,
er nicht mehr zu sehn
Da möcht es doch manchem,
manchem Prahlhans so gehen
Bald ist er verschwunden
und nicht mehr zu sehen
Autor: © Gerhard Ledwina (*1949)
(Nr. 450 aus Band 14)
Das Mehl (378)
Das Mehl
Es klappert die Mühle
es rauscht der Bach
das Korn wird gemahlen
und Mehl eingesackt
Das Mehl ist gelungen
der Bäcker ist froh
Der Teig wird geknetet
er ist ja noch roh
Den Ofen erhitzet
den Laib schnell hinein
Das Brot soll nun schwitzen
die Kruste wird fein
Ist das Brot dann gelungen
Der Bäcker sich freut
Der Kunde kann genießen
hat den Kauf nicht bereut
Autor: © Gerhard Ledwina (*1949)
(Nr. 378 aus Band 12)
Ich such die Brille (374)
Ich such die Brille
Ich such die Brille
find sie nicht
wo bin ich bloß gewesen
und kann doch
ohne Brille nicht
die Buchstaben mehr lesen
Die Augen sind halt
nicht mehr gut
ich kann nicht ohne sein
wo ist die Brille denn nur hin
die Brille ist doch mein
Ich hab die Brille
sie ist da
dabei war sie doch
wirklich nah
Ich konnt´ sie nur nicht finden,
mit den Augen, diesen blinden
Autor: © Gerhard Ledwina (*1949)
(Nr. 374 aus Band 11)
Musik (768)
Musik
Klang der Zeit
Verwandlung der Noten
In Melodie und Schönheit
Träume in Höhen und Tiefen
verwandeln sich in Gebilde
der Fantasie
Vielfältig die Kunst
Zeilen mit Noten
in ein rauschendes Fest
der Freude des Hörens
der Sinnlichkeit
und des vielfältigen Klanges
zu verwandeln
Autor: © Gerhard Ledwina (*1949)
(Nr. 768 aus Band 27)
Der Topi (763)
Der Topi
Dort wo die große Blume wächst
wird ein Schnaps sehr hoch geschätzt
In Sandweier wird er gern gebrannt
und Topinambur er genannt
Die Frucht, die wächst zwar nur im Boden
Den Schnaps aus ihm, den kann man loben
Drum sagt man hier ganz froh und nett
hast du schon heute einen „ghäät“
Nur zuviel davon sollten
es nicht sein
sonst findest du
vielleicht nicht heim
Auch Erdäpfler wird er genannt
obwohl mit der Sonnenblume er verwandt
Im Sandboden er sehr gut gedeiht
bis er nach dem Winter so weit
Dann wird er aus dem Boden ausgegraben
Die Frucht zum Schnaps und dann sich laben
Darum füllt das Glas, schenkt Topi ein
In Sandweier ist er ja daheim
Hast du Magendrücken, Sausen
kannst einen Topi du gebrauchen
Er hat zwar sehr viel Alkohol
doch nachher fühlst du dich gleich wohl
Autor: © Gerhard Ledwina (*1949)
(Nr. 763 aus Band 27)

