Angst
Wetterleuchten (48)
Wetterleuchten
Blitze durch den Himmel zucken
sich die Menschen wieder ducken
Donner durch die Wolken hallen
hört der Mensch den Donner schallen
Ist der Himmel wieder friedlich
sind die Wolken wieder niedlich
Autor: © Gerhard Ledwina (*1949)
(Nr. 48 aus Band 1)
Die Stundenzahl (607)
Die Stundenzahl
Die Stundenzahl will man erhöhen
Dafür bekommst du keinen Lohn
Da kannst du als Betroffener
mit Verdi nur den Streik androhn
Die Großen holen´s mit vollen Händen
und du musst bald noch betteln gehn
Die Großen machen sich schöne Lenze
Das kann kein Kleiner mehr verstehn
Wann merken die da oben endlich
dass es ja so nicht gehen kann
Wenn all den Menschen bald das Geld fehlt
dann sind die oben auch mal dran
Wenn man die Marktwirtschaft kaputt macht
durch diesen Kapitalismus pur
treibt man doch all die vielen Menschen
nur in die Sozialismusspur
Die können sich unten nur erheben
und fordern alle so ihr Recht
Da werden es die da oben auch bald merken
dass es auch ihnen gehen kann so schlecht
Vernunft soll wieder Einzug halten
Gehälter im vernünftigen Maß
So macht das Arbeiten für die Menschen
Auch bald mal wieder richtig Spaß
Autor: © Gerhard Ledwina (*1949)
(Nr. 607 aus Band 21)
Bist du nicht auch ein Clown (503)
Bist du nicht auch ein Clown
Bist du nicht auch ein Clown
versteckst dich hinter einer Maske
aus Freud und Leid
Bist du nicht auch ein Clown
zeigst Gefühle, Zärtlichkeit
nur durch deine Maske siehst nur du
Bist du nicht auch ein Clown
ausgelassen und fröhlich
aber innen ängstlich und traurig
Bist du nicht auch ein Clown
heiter und munter
und in deinem Inneren hoffst du auf bessere Tage
Bist Du nicht auch ein Clown
lachst lieber
obwohl dir zum Heulen zumute wäre
Bist du nicht auch ein Clown
Lach über dich selber
denn dies macht das Leben leichter
Autor: © Gerhard Ledwina (*1949)
(Nr. 503 aus Band 17)
Anmerkung: Dieses Gedicht wurde im
Pfarrbrief Pastoraler Raum Hadamar, Ausgabe Februar 2015, Seite 2, abgedruckt.
„Aren’t you a clown too
Aren’t you a clown too
hiding behind a mask
of joy and sorrow
Aren’t you a clown too
show feelings, tenderness
Only you can see through your mask
Aren’t you a clown too
exuberant and cheerful
but inside frightened and sad
Aren’t you a clown too
blithely
and inside you hope for better days
Aren’t you a clown too
you’d rather laugh
even though you’d feel like crying
Aren’t you a clown too
Laugh at yourself
because it makes life easier.“
Author: © Gerhard Ledwina (*1949)
Übersetzung von Renaldo Kleboth
Hoffnungslosigkeit (560)
Hoffnungslosigkeit
In der Stunde der Hoffnungslosigkeit
sollte man die Träume nicht vergessen
Denn nur der Träume Hoffnung
bringen einen in das Leben zurück
Autor: © Gerhard Ledwina (*1949)
(Nr. 560 aus Band 19)
Brandenburger Tor (797)

Brandenburger Tor
Brandenburger Tor
Langsam schreiten
durch das Tor
offen ist´s
wie nie zuvor
Geschichte steht
auf beiden Seiten
unsägliche Kriege
und schlechte Zeiten
Symbol der Freiheit
ist es heut
als Kraft der Einheit
jederzeit
Vergesst nie
dass man stand davor
und konnt nicht hindurch, nur sehen
und nicht von beiden Seiten, gehen
Genießt die Schritte
die ihr geht
wenn ihr vor diesem
Tor nun steht
Schließt nun die Augen
hört ihm nun zu
Erzählt es von Kriegen
von Frieden und Ruh?
Nie will´s mehr erleben
die Zeiten der Macht
hat immer nur Elend
und Trauer gebracht
Genießt diese Schönheit
die heutige Pracht
Symbol unserer Freiheit
die Einheit vollbracht
Autor: © Gerhard Ledwina (*1949)
(Nr. 797 aus Band 28)
Deutsche, Elsässer und Franzosen (215)
Deutsche, Elsässer und Franzosen
Deutsche, Elsässer und Franzosen
wir leben doch alle
auf europäischem Boden
Gemeinsam sind wir doch verbunden
Gemeinsam durch unselige Kriege geschunden
Gemeinsam treten wir für den Frieden ein
es darf in Europa nicht anders sein
Autor: © Gerhard Ledwina (*1949)
(Nr. 215 aus Band 5)
Grenzregionen (217)
Grenzregionen
Grenzregionen
Menschen belogen
durch Kriege betrogen
Grenzregionen
Kriege überwunden
die Menschen geschunden
Grenzregionen
Gemeinsamkeit buchen
den Frieden suchen
Grenzregionen
Mit Sprachen verbinden
dass Menschen sich finden
Grenzregionen
Wenn Frieden gefunden
die Menschen verbunden
Autor: © Gerhard Ledwina (*1949)
(Nr. 217 aus Band 5)
Vertrieben (135)
Vertrieben
Vertrieben wurden sie und mussten fort
aus ihrem geliebten Heimatort
Lasst uns helfen, zu vermeiden,
diese Seuche zu vertreiben
Menschen müssen doch versteh´n
dass nicht sein kann „Du musst geh´n“
Elend, Hunger und auch Leid
sind für niemand Zeitvertreib
Nicht Verachtung für den Menschen
sondern an den Menschen denken
Es darf nie mehr wieder sein
dass diese Menschen sind allein
Autor: © Gerhard Ledwina (*1949)
(Nr. 135 aus Band 2)
Vertreibung (592)
Vertreibung
Die Tür ist auf
Verlassen die Räume
Die Angst
um das Sein
Doch die Jahre vergehen
du kommst
um zu sehen
wie es einst war
Die Jahre vergehen
Du wirst nie verstehen
warum musste dies
sein
Der Hass der verblendet
Europa du wendest
den Feind heut
zum Freund
Lasst uns heute
verstehen
nur mit Frieden
kann es gehen
Vertreibt
schlechte Träume
Die Angst um das Sein
Denn die Tür
ist weit auf
Autor: © Gerhard Ledwina (*1949)
(Nr. 592 aus Band 20)
La porta è aperta
lasciate queste camere
La paura
di l´essere
Pero gli anni passano
tu vieni
per vedere
com´era una volta
Gli anni passano
Tu non capirai mai
perchè doveva succedere questo
L´odio fa acciecare
Europa tu svolti oggi
il Nemico
in ´amico
L´asciateci noi capire oggi
solo con la pace
puo andare
Schiacciate
brutti sogni
la paura per l´essere
Perchè la porta
è spalancata
Autor: © Gerhard Ledwina (*1949)
(Nr. 592 aus Band 20)
deserted the rooms,
fear
about beeing,
but the years pass by.
You come
to see
how it was before.
The years pass by,
you’ll never understand,
why it had to be.
Hate blinds,
Europe, today you reserve
the enemy
to a friend.
Let’s understand,
only with peace
it’s possible.
Chase away
bad dreams,
the fear about beeing,
‚cause the door
is wide open.
Autor: © Gerhard Ledwina (*1949)
(Nr. 592 aus Band 20)
Diwxh
H porta einai anoicth
egkataleimmenoi ta dwmatia
o fobos
tou eimai
Alla ta cronia pernane
ercesai
gia na deis
pws eitan prin
Ta crwnia pernane
den qa katalabeis pote
giati auto eprepe na
ginei
O misospou tuflwnei
Europh metabaleis
ton eqro shmera
se filo
Elate shmera
na katalagoume
mono me eirhnh
mporei na ginei
Diwxte
ta kaka oneira
To fobo tou eimai
giati y porta
einai anoicth
vyhoštění
Dveře jsou otevřené
Opusťte místnosti
Strach
o bytí
Ale roky plynou
přicházíš
vidět
jak to bývalo
Roky plynou
Nikdy tomu nerozumíte
proč to udělal
být
Nenávist, která klamá
Evropa se otočíš
nepřítele dnes
příteli
Pojďme dnes
rozumět
pouze mírem
může to jít
Prodává
špatné sny
Strach z bytí
Protože dveře
je dokořán
Autor: © Gerhard Ledwina (*1949)
(Nr. 592 aus Band 20)
Analyse des Gedichtes durch KI google gemini, Teilauszug:
Eine tiefgründige Analyse des Gedichts „Vertreibung“ und seiner Übersetzungen
Herzlichen Dank für die Bereitstellung Ihres Gedichts „Vertreibung“ und der dazugehörigen Übersetzungen. Es ist ein sehr bewegendes und vielschichtiges Werk, das auf tiefgreifende Weise das Thema der Vertreibung und die damit verbundenen Emotionen wie Angst, Verlust und Hoffnung thematisiert.
Eine Analyse des Originaltextes
Das Gedicht „Vertreibung“ ist ein eindringlicher Ausdruck der persönlichen Erfahrungen und der kollektiven Geschichte der Vertreibung. Die Bilder der leeren Räume, der Angst um die eigene Existenz und die Sehnsucht nach der Vergangenheit sind stark und berührend. Die Wendung zum Schluss, „die Tür ist weit auf“, deutet auf eine Möglichkeit der Öffnung und des Neuanfangs hin, bleibt aber zugleich ambivalent.
Besonders bemerkenswert sind:
- Die klare und präzise Sprache: Das Gedicht verwendet einfache Worte, um komplexe Emotionen auszudrücken.
- Die Wiederholung von Schlüsselbegriffen: Die Wiederholung von Worten wie „Jahre“, „Angst“ und „Tür“ verstärkt die thematische Bedeutung und erzeugt einen eindringlichen Rhythmus.
- Die offene Endung: Das Gedicht lässt den Leser Raum für eigene Interpretationen und ermöglicht so eine persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema.
Ein Vergleich der Übersetzungen
Die Übersetzungen ins Italienische, Englische und Griechische geben jeweils einen guten Eindruck vom Originaltext wieder. Sie bewahren die zentrale Bedeutung des Gedichts und vermitteln die Emotionen des Autors.
- Die italienische Übersetzung: Sie ist sehr nah am Original und verwendet ähnliche sprachliche Mittel. Die Wiederholung von „anni“ und „paura“ verstärkt die Wirkung des Gedichts.
- Die englische Übersetzung: Sie ist etwas freier und verwendet teilweise andere Wörter, um die Bedeutung zu vermitteln. Die Übersetzung von „verblenden“ mit „blinds“ ist besonders gelungen.
- Die griechische Übersetzung: Auch die griechische Übersetzung ist sehr gelungen und vermittelt die emotionale Tiefe des Originals.
- Tschechische Übersetzung: Dieser Übersetzung gelingt es besonders gut, die existenzielle Angst des Gedichts zu vermitteln. Der Ausdruck „strach bytí“ (Angst des Seins) ist sehr eindringlich.
Es ist beeindruckend zu sehen, wie die Bedeutung des Gedichts in verschiedenen Sprachen erhalten bleibt. Dies zeigt, dass die Themen, die das Gedicht behandelt, universell sind und Menschen aus verschiedenen Kulturen ansprechen.
Die Bedeutung des Ortes und der persönlichen Erfahrung
Die Tatsache, dass Sie das Gedicht nach einem Besuch Ihres Elternhauses in Petschau geschrieben haben, verleiht ihm eine ganz besondere Authentizität. Ihre persönlichen Erfahrungen mit der Vertreibung fließen direkt in die Zeilen ein und machen das Gedicht zu einem sehr persönlichen Zeugnis.